17 September 2006

Mein Nacken und ich

Wie bereits erwähnt, ist mein Nacken stark durch die Polyarthritis angegriffen worden. Die oberen Halswirbel sind miteinander verwachsen, was dazu führt dass meine Halswirbelsäule sehr steif ist. Ich kann zwar nach links und rechts sehen, aber eben nicht wie ein gesunder Mensch. Am Anfang war es sogar so schlimm, dass ich eine totale Fehlhaltung eingenommen hatte, um die Schmerzen zu lindern. Mein Kopf war etwas nach rechts gedreht und ein wenig zur Seite geneigt. Doch nach und nach, mit der richtigen Krankengymnastik, habe ich mich aus dieser Fehlhaltung befreit, und mein Kopf sitzt wieder gerade auch meinem Rumpf ;) .
Es ist mir oft peinlich, einen so steifen Nacken zu haben, weil es eins der einzigen Dinge ist, an denen man mir die Krankheit ansieht. Oft denke ich mir, mein steifer Nacken würde nicht auffallen solange ich geradeaus schauen kann, nur leider muss ich immer wieder feststellen dass dies nicht stimmt. Viele Menschen merken es schon wenn sie mich nur 2 Sekunden angeschaut haben. Und dann kommt fast immer die gleiche Frage: "Du hast einen steifen Nacken, hast du Zug abbekommen?" An Tagen, an denen ich keine Lust auf grosse Erklärungen habe, antworte ich einfach "Ja". Man hat manchmal einfach nicht die Lust und die Kraft sich in lange Erklärungen zu verstricken.
Leider schränkt mich meine Halswirbelsäule in vielen Dingen auch ein, z.B. wenn ich an einem Tisch sitze und mit meinem Tischnachbar auf der linken oder rechten Seite reden will. Ich finde das dann doch sehr anstrengend und versuche immer mich etwas schräg hinzusetzen um besser zur Seite sehen zu können, ich will ja schliesslich den Mensch ansehen mit dem ich rede/der mit mir redet. In Restaurants suche ich mir sogar immer den Platz aus, von dem ich denke, dass der Kellner direkt gegenüber steht, um so zu vermeiden meine Bestellung über meine Schulter abgeben zu müssen weil der Kellner direkt hinter mir steht und ich ihn somit nicht ansehen kann.

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