Ein Freund hat mir gestern das Folgende gesagt (in einem Kontext, der nichts mit Rheuma zu tun hatte):
"Du wählst dein Leben, du erleidest es nicht. Alle Entscheidungen, die du triffst, leiten dein Leben".
Aber wie ist das mit meiner Krankheit? Erleide ich denn nicht meine Krankheit? Ich habe mir schliesslich nicht ausgesucht, krank zu sein. Es war nicht meine Entscheidung, die ganze Sache wurde mir auferlegt, ohne mein Einverständniss. Oder muss man wirklich seine Krankheit leben?
In erster Hinsicht man muss sein Leben mit der Krankheit leben. Dass man krank ist, kann man nicht verdrängen, es begleitet einen schliesslich ständig. Man muss also früher oder später akzeptieren, dass man unter einer schweren Krankheit leidet, und man muss ebenfalls akzeptieren, dass man auf Hilfe von Ärzten und Medikamenten angewiesen ist. Sonst kommt es, medizinisch gesehen, auf jeden Fall zur Katastrophe. Diese Akzeptanz der Krankheit gehört demnach zu den Entscheidungen, die man selber treffen kann, und die das eigene Leben leiten. Man kann niemanden zwingen seine Krankheit zu akzeptieren, dies muss von dem Betroffenen selber ausgehen. Aber wenn man schon die Entscheidung für sich getroffen hat, sein Rheuma zu akzeptieren, kann dies schon ein wesentlicher Schritt in ein balanciertes Leben sein.
Aber seine Krankheit zu akzeptieren ist nicht leicht und erfordert viel Zeit ...
13 Oktober 2006
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)


1 Kommentar:
Ja! Das Akzeptieren ist so schwer und dauert... Es tut mir gut zu wissen, dass da jemand ist, dem dies genauso geht. Danke.
Kommentar veröffentlichen